Autor Thema: Wo darf man noch arbeiten??  (Gelesen 12556 mal)

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Thomas

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Wo darf man noch arbeiten??
« am: 04. November 2009, 12:09 Uhr »
Hallo. Ich bin seit 2005 HEP und arbeite in einer WG für seelisch behinderte und psychisch kranke Kinder und Jugendliche. Nun wurde mir mitgeteilt das ich hier als HEP nicht mehr arbeiten darf da sich die Einsatzmöglichkeiten des Hep stark reduziert haben. Auch Kindereinrichtungen (Kiga usw.) gehen nicht mehr. Ich soll nun meinen Erzieher nachmachen und ich muss sagen das Ganze ist echt zum ko***en.
Damal zu meiner Ausbildung (2001) war der HEP, der Beruf schlechthin. Heute dürfen wir nur noch Arbeiten die derZivi auch machen darf ausführen. Erzieher werden gesucht ohne Ende. Schon mal eine Kigaerziehrin mit schwer verhaltensauffällige jugendlich arbeiten sehen?? Geht gar nicht.
Ich frag mich echt wo das noch hinführen soll?? Hep`s werden ja weiter ausgebildet ohne Ende aber keiner braucht sie.
Wie sind da eure Erfahrungen? Ist das eigentlich nur in Sachsen so??

MfG Thomas

sculy

  • Gast
Re: Wo darf man noch arbeiten??
« Antwort #1 am: 04. November 2009, 21:23 Uhr »
Hallo Thomas,

also soviel ich weiß hier in Bayern kann man fast überall arbeiten, wenn Menschen mit Behinderung zum Klientel gehören. Also von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren. Egal ob geistig, seelisch, psychisch oder körperlich - zumindest wurde es von der Schule so vermittelt.
Natürlich ist es vom Arbeitsgeber auch abhängig. Ich hatte zwei Klassenkameradinnen die in der Jugendpsychatrie gearbeitet haben, und die eine ist sogar übernommen worden. (wohlgmerkt Jahrgang 2009)
Ich weiß z.B. das ich in einem reinem Altenheim, nicht als Fachkraft zähle.

Aber deine Situation ist wirklch bescheiden. Vorallem du hast ja die Ausbildung mit Schwerpunkt "Menschen mit Behinderung" ausgewählt nicht nur Kindern. Find ich ne Frechheit!!!!

lg
      sculy

Lambrusco

  • Gast
Re: Wo darf man noch arbeiten??
« Antwort #2 am: 22. Januar 2010, 21:21 Uhr »
Hallo (=

Wenn, liegt es an der Leitung bzw. den Einrichtungsordnungen das Du diese Stelle nicht mehr hast.

Allerdings ist man ja genau für dieses Klientel als Hep unterwegs.

Uns ist folgendes in der Ausbildung übermittelt worden (aus den Hepinformationen 4/04 des deutschen Hepverbandes):


Kinder - und Jugendpsychiatrie:

"Psychiatriepersonalverordnung (PsychPv): Hier wird allgemein von ""Erziehungsdiensten"" gesprochen. Einzelne Berufsgruppen werden nicht genannt. Somit ist es faktisch der Entscheidung der Klinikleitung überlassen, welche Berufsgruppen sie anstellt. Faktisch arbeiten Heps in der Kinder - und Jugendpsychiatrie"


Das kann man weiter führen zu Bereichen wie Frühförderung, Integrationshelfer an Regelschulen, Medizinische Rehaeinrichtungen, Heipädag. Kinder - und Jugenwohnheime nach SGB 8, Heilpädag. Tagestätten nach SGB 8, Berufsbildungswerke einschl. angegliederte Internate, WfbM, Förderstätten und Fördergruppen, stationäre und teilstationäre Wohneinr. f. MmB nach §§ 39 und 40 BSHG, stationäre Wohneinrichtungen nach SGB 11 als Fachkraft für soziale Betreuung, Ambulante Pflegedienste / Persönliche Assistenz, offene Behindertenarbeit, Schulvorbereitende Einrichtungen und Förderschulen als HPU oder als HPF, Integrativer Kindergarten, Regelkindergarten mit Einzeintegration von behinderten Kindern und Kinderhorte


Joar, klingt erstmal nicht so schlechtwürde ich meinen.

Die Zukunft liegt in den Händen der Heilerziehungspfleger. Möglichkeiten werden uns durch immer älter werdende Menschen mit Behinderungen irgendwann vermehrt offen stehen. Hier kommen Altenpfleger, Erzieher, Gesundheitspfleger an ihre Grenzen.


Hoffe habe an irgendeiner Stelle ein wenig helfen können (=


MfG!

Lambrusco


P.S.:

Als ich mit dieser Ausbildung began, hatte ich das Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben und habe dieses noch immer. Allerdings scheint das Ansehen dieses Berufes nicht im richtigen Verhältnis zu dem tatsächlich Geleisteten zu stehen. Berufsgruppen (Ergo, Hep, Altenpflege, etc.) vermischen sich und es gibt kein klares Bild, keine Struktur. Ich hoffe das irgendwann der Hep als ernsthafter Beruf anerkannt wird.






Marc55

  • Gast
Re: Wo darf man noch arbeiten??
« Antwort #3 am: 31. August 2010, 12:58 Uhr »
Thomas,

grundsätzlich gebe ich dir Recht. In Sachsen hat man es schwerer, was die Kita-arbeit in Sachsen betrifft.
In Kitas werden sehr gern die Heilerziehungspfleger vergessen und die Sache mit dem Umgang Verhaltensauffälliger Kinder ist mir auch aufgefallen.
Sie sind halt "bloß^^" Erzieher.
Und jetzt mal wieder ernsthaft.

In Sachsen kannst du in allen Einrichtungen der Behindertenhilfe arbeiten.

Im Kitabereich beschrenkt sich das auf alle integrativen Einrichtungen.
die SächsQualliVo besagt in §1 Abs.2 Nr.3, dass anstelle eines Erzieher mit HPZ ein HEP eingesetzt werden kann. Es zwar nicht vorgeschrieben, aber fast alle Einrichtungen die ich kenne und den § berücksichtigen setzen lediglich einen HEP pro Integrativgruppe ein. Meistens sind in I-Gruppen zwei Pädagogen, also ein Erz. und ein HEP. Das find ich sogar recht gut. Dadurch kann durchaus ein interprofessionales gruppeninternes Team werden, die sich dann wunderbar ergänzen. Leider hat meine bisherige Erfahrung gezeigt, das gerade im Kitabereich Erz. und HEP nicht gerade gut miteinander auskommen.


Im Jugendbereich hast du als HEP kaum noch eine Chance.
Lediglich in HP-Heimen nach § 35a KJHG
Aber meistens werden HEP ohne SP, oder Erz-Weiterbildung vom Landesjugendamt abgelehnt.
Grund: §34 und §35. Mehr muss ich sicher nicht sagen.

LG