Autor Thema: UN-Behindertenrechtskonvention-Maßnahmeplan  (Gelesen 7131 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline BerBra

  • Administrator
  • Mitglieder
  • *****
  • Beiträge: 249
UN-Behindertenrechtskonvention-Maßnahmeplan
« am: 12. Juni 2012, 13:25 Uhr »
Thüringer Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgestellt
 

Der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Hartmut Schubert (SPD), hat Ende April 2012 den Thüringer Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgestellt. Dieser war zuvor vom Kabinett beschlossen worden. Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD vereinbart, sich für die Umsetzung der UN-Konvention einzusetzen.

Sozialstaatssekretär Dr. Schubert sagte: „Hinter uns liegen zwei Jahre intensiver Arbeit. Wir haben viel Kraft, Energie und Zeit investiert und teilweise lange Prozesse des Aushandelns und Ringens mit allen Beteiligten geführt, um möglichst viele der vorgeschlagenen Maßnahmen beibehalten zu können. Die Mühe hat sich gelohnt: Der Maßnahmenplan enthält insgesamt 285 Maßnahmen, mittels derer die uneingeschränkte Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen im Freistaat durchgesetzt werden soll.“

Der Maßnahmenplan umfasst neun Themenbereiche. Die wichtigsten Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Bildung, Ausbildung, Arbeit und Barrierefreiheit. „Neben der Schaffung eines inklusiven Bildungssystems ist die Teilhabe am Arbeitsleben eine bedeutende Voraussetzung zur Führung eines selbstbestimmten Lebens in der Mitte der Gesellschaft. Eine adäquate und den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten angepasste Berufsorientierung soll hier neue Wege und Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen eröffnen, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen“, sagte Dr. Hartmut Schubert. Der Sozialstaatssekretär forderte die Thüringer Arbeitgeber auf, vermehrt Menschen mit Behinderungen einzustellen. Voraussetzung dafür sei der Abbau von Vorurteilen und eine Konzentration auf die Stärken und Potentiale von Menschen mit Behinderungen.

Beim Thüringer Maßnahmenplan handelt es sich um einen Katalog von über 280 Maßnahmen zur Herstellung gesellschaftlicher Zugänglichkeit bzw. Barrierefreiheit. Dies gilt nicht nur hinsichtlich der Schaffung eines inklusiven Bildungssystems und der Eingliederung in den allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, sondern ebenso für alle anderen Handlungsfelder. Geplant sind beispielsweise die Ausweitung inklusiver Angebote im Sport, eine Verbesserung der Service-Angebote für Menschen mit Behinderungen im Kultur- und Freizeitbereich, der Auf- und Ausbau inklusiver Angebote in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit, der Ausbau der Thüringer Tourismus GmbH zu einem touristischen Kompetenzzentrum, die Aufnahme einer eigenen Regelung in das Thüringer Krankenhausgesetz zur Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderungen sowie die Schaffung eines barrierefreien Internets. Die Vielschichtigkeit und Komplexität der einzelnen Maßnahmen erfordert eine schrittweise Umsetzung, derer sich die Landesregierung zielgerichtet und mit ganzer Kraft widmen wird. Die Umsetzung erfolgt unter der Federführung der einzelnen Ressorts sowie im Rahmen der vereinbarten Zeitschienen.
Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.
Albert Einstein