Autor Thema: Inklusive Wohngemeinschaft  (Gelesen 2123 mal)

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Inklusive Wohngemeinschaft
« am: 14. Juni 2012, 03:19 Uhr »
Inklusive Wohngemeinschaft startet in Ludwigshafen.

Die Inklusive WohnGemeinschaft LUdwigshafen - IGLU ist kurz vor dem Start. Im Herbst 2012 werden Menschen mit und ohne Behinderungen in Ludwigshafen zusammen in diese inklusive Wohngemeinschaft einziehen.

Inspiriert durch die spezielle Lebenssituation einer behinderten jungen Frau stellten sich ihre Unterstützer – Eltern, Freunde, Lehrkräfte, persönliche Assistenten und Therapeuten – die Frage, wie Menschen mit und ohne Behinderungen im Gemeinwesen zusammen leben und wohnen können und erarbeiteten das Konzept für eine inklusive Wohngemeinschaft. Der seit vielen Jahren aktive Verein "Integration statt Aussonderung, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e.V." wird die Trägerschaft des Wohnprojekts übernehmen. "Dieses Projekt kommt den Bestrebungen nach neuen selbstbestimmten und gemeindenahen Wohnformen entgegen", bewertet die Vorsitzende des Vereins, Bernadette Bros-Spähn, das Wohnprojekt.

Im Verein engagieren sich in ehrenamtlicher Arbeit Eltern und Pädagogen. Das zentrale Thema war bisher der gemeinsame Schulunterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen und die Gestaltung der Übergänge in das Berufs- und Erwachsenenleben. Mit dem Engagement für das Wohnprojekt setzt der Verein seinen Einsatz für die volle und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen an der Gesellschaft, wie es sich in der Forderung "Eine Schule für ALLE" ausdrückt, konsequent über den Bereich Schule hinaus fort.

Die LUWOGE, das Wohnungsunternehmen der BASF, konnte von dem Projekt überzeugt werden. Nach dem derzeitigen Planungsstand wird die Wohngemeinschaft im Herbst 2012 in die "Hohenzollernhöfe" einziehen. Dieses Quartier in Ludwigshafen wird derzeit für ein generationenübergreifendes Wohnmodell modernisiert. Die Stadt Ludwigshafen und das Land Rheinland-Pfalz unterstützen das Wohnprojekt. Es erfüllt die im Aktionsplan der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen genannten Kriterien, heißt es in einer Presseinformation der Initiative. Das Projekt wird von der Aktion Herzenssache des SWR und durch das Förderprogramm "barrierefrei, inklusiv & fair" der Sparda Bank Südwest gefördert. Den Initiatoren des Projektes wurde zudem anlässlich des von der Stiftung Leben pur in München verliehenen Förderpreises 2011 von Prof. Dr. Andreas Fröhlich für die Initiierung des Wohnprojektes der Sonderpreis der Jury zugesprochen.

In der Wohngemeinschaft werden vier Menschen mit und sechs Menschen ohne Behinderung zusammen leben. Privatsphäre hat dabei große Bedeutung. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, das absoluter Privatraum ist. Großzügige Gemeinschaftsräume ermöglichen gemeinsame Aktivitäten oder das gemütliche Beisammensein der Mitbewohner. Alle Bewohner sind eingebunden in die Organisation der Wohngemeinschaft. Bewohner, die aufgrund ihrer Behinderung Unterstützung benötigen, erhalten diese durch ihre persönliche Assistenz oder können diese in überschaubarem Rahmen bei den Mitbewohnern einkaufen. Damit wird das Wohnen in der Wohngemeinschaft auch unter finanziellen Gesichtspunkten sehr attraktiv, kann damit doch die Miete teilweise gegenfinanziert werden.

"Darüber hinaus ist jedoch eine hauptamtliche pädagogische Kraft nach dem Prinzip 'Hilfe zur Selbsthilfe' verantwortlich für den reibungslosen Ablauf im Alltag, erläutert Deborah Hösch. Sie übernimmt diese Aufgabe und ist bereits jetzt in der Anlaufphase Ansprechpartnerin für Interessierte und berät Eltern behinderter junger Menschen über diese Wohnform. Gerne kann mit ihr Kontakt für ein Beratungsgespräch oder weitere Informationen aufgenommen werden - E-Mail: iglu@gemeinsamleben-rheinlandpfalz.de

Quelle: kobinet
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Albert Einstein