Autor Thema: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?  (Gelesen 5872 mal)

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Offline BerBra

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Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« am: 28. Juni 2012, 11:22 Uhr »
Auf unserer Seite vom hep-bundesverband hat heute eine Umfrage begonnen, die uns alle betrifft. Heilerziehungspfleger-Hepatroniker oder was ?  
Alle sind nun aufgerufen, sich zu positionieren und möglicherweise einen Favoriten auszuwählen.
http://www.hep-bundesverband.de/index.php/umfrage-hep.html
« Letzte Änderung: 28. Juni 2012, 12:20 Uhr von BerBra »
Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.
Albert Einstein

Offline alexwls

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #1 am: 17. August 2012, 14:03 Uhr »

Umfrage zur Berufsbezeichnung
Ein neuer Name für den Heilerziehungspfleger?!
 
Angeregt durch den Fachtag zum Berufsprofil am 19.03.2012 in Fulda möchten wir, die Veranstalter, eine bundesweite anonyme Umfrage zur Berufsbezeichnung durchführen. Die Umfrage ist vom 01.07. - 31.07.2012 online geschalten.
 
Es ist uns ein Anliegen, herauszufinden, wie groß bzw. wie gering derzeit die Bereitschaft ist, die Berufsbezeichnung zu ändern bzw. beizubehalten.
 
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Fachtages haben Vorschläge für eine neue Berufsbezeichnung formuliert. Wir haben aus der Fülle der Vorschläge die meist genannten ausgewählt.
 
Sie sind nun aufgerufen, sich zu positionieren und möglicherweise einen Favoriten auszuwählen. Uns ist selbstverständlich bewusst, dass Doppelnennungen gemacht werden können, jedoch sollte darüber nachgedacht werden, wozu dies dienen soll? Wer sich jedoch nicht entscheiden kann, hat die Möglichkeit, Mehrfachnennungen abzugeben.
 
David Schmidt, Kai Hölcke, Malica Belbouab
 
Umfrage beendet
 
Nach genau vier Wochen ist die Umfrage beendet, hier ist das Ergebnis!

(...)

Heilerziehungspfleger/in hat sich mit 601 Stimmen weiter behaupten können, vor Behindertenhilfe und Pflege (411) und Inklusionspädagoge (214).
Eine grafische Ubersicht findet ihr auf der Seite des Berufsverbandes, direkt unter dem o.g. Beitrag.
Zudem werden dort auch die weiteren Beiträge der jüngsten Fachtagung ausformuliert.

Nun zur Frage an euch:
Zum Facebookeintrag wurden bisher unterschiedliche Feedbacks kommentiert.
Habt ihr auch abgestimmt und seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?
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Offline uschi

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #2 am: 28. August 2012, 08:39 Uhr »
Ich habe für Heilerziehungspfleger weiterhin abgestimmt, da die anderen Bezeichnungen kaum brauchbar gewesen sind. Am besten fand ich noch Inklusionspädagoge, jedoch fehlte mir hier der pflegerische Bezug. Gruss Uschi

Offline prenzelhep

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #3 am: 05. September 2012, 12:57 Uhr »
Hallo liebe Gemeinde !

Ich hatte TEILHABEMANAGER gewählt...leider haben sich nur 32 Leute dafür bei der Umfrage entschieden...SCHADE !!

Für mich stellen sich momentan die Arbeitsaufgaben so dar, indem ich zum großen Teil das Leben von M.m.B. manage.
Die Begriffe Erziehen und Pflegen haben für mich eher einen untergeordneten Stellenwert, denn erwachsene Menschen kann ich nicht mehr "erziehen"...ich begleite die Bewohner in erster Linie und versuche ihre Verhaltensweisen zu analysieren und reagiere entsprechend mit meinen fachlichen Kenntnissen.
Der Begriff "Pflegen" im Heilerziehungspfleger ist für mich nicht mehr tragbar, denn ich begleite und betreue in erster Linie die Menschen im Alltag und in der Öffentlichkeit...die pflegerischen Aufgaben sind selbstverständlich und müssen nicht noch extra erwähnt werden...schon gar nicht in unserer Berufsbezeichnung !!! Ich finde das wertet unseren Beruf nur ab und wir werden von der Öffentlichkeit ganz schnell in die "PflegeheimEcke" abgestellt...dieses Schubladendenken ist eben leider noch sehr verbreitet.

Was hat Euch denn bewegt weiterhin pro HEP zu stimmen??? ...ich spreche jetzt mal die Leute an, die für HEP gestimmt haben...
Gebt mal Eure Argumente preis !

Vielen Dank !

Schöne Grüsse

prenzelhep  :D
Berufsverband-HEP Berlin/Brandenburg
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Offline alexwls

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #4 am: 05. September 2012, 23:36 Uhr »
Huh,

Also alle Gründe fallen mir nicht mehr ein, aber die ersten Impulse waren die, dass ich mich daran entsinne, wie lange es dauerte, bis überhaupt erstmal der Begriff Heilerziehungspfleger bekannt war. Wie lange wurde ich fragend angeschaut. Okay, das war auch ein Grund, ggf. eine andere Bezeichnung zu wünschen, die vielleicht intuitiver verständlich wäre.
Aber: Nicht jeder hat den gleichen Schwerpunkt, mancheiner, so auch ich, ist mittlerweile sehr stark pflegerisch geprägt. Dies zeigt ja auch die Diskussion um die Anerkennung als Pflegefachkraft in Teilbereichen. Will ich den Begriff der Pflege nun entfernen, empfände ich dies auch als Entfernung von diesem Ziel.
Inklusion ist ein großes Thema unserer Zeit, weshalb ich auch dazu mir Gedanken machte: Ich kam aber zu dem Schluss, wie ich es mit Begriffen wie dem Sozialarbeiter oder ...assistenten erlebe: Ein großes Wort welches auch nicht mehr Anerkennung findet als der aktuelle HEP.
Die Erziehung... Per Definition ist sie das was sie ist, aber schau ich auf unsere Einsatzgebiete, so denke ich oftmals durchaus, dass wir auch bei Erwachsenen erzieherisch tätig sind. Die Eltern, die Freunde, die Gesellschaft erzieht im Grunde allgegenwärtig sich gegenseitig, betrachtet aus der Sozialanalytischen Sicht. Arbeite ich als HEP nun in einem integrativen Kindergarten, so nimmt dort die Erziehung nebst Grundpflege einen durchaus großen Teil ein.

Der HEP ist meiner Meinung nach die einzig ganzheitliche Bezeichnung, im Sinne der Aufgaben Bezeichnung - Der Wortteil HEIL stellt für mich als Teil nur eine fragwürdige Formulierung dar, da diese oftmals missverstanden wurde und noch immer wird (heilen VS ganzheitlich).

Die Inklusion... Vorher war es die Integration... Alles soll zeitgemäß sein. Aus dem Krankenpfleger wurde Gesundheits- und ihr wisst schon; Aus dem KFZ-Mechaniker wurde der Mechatroniker; noch abstruser ist es bei den Handwerkern, nein Hausmeistern: FacilityManager. Nun soll aus der, den gesamten Menschen mithin des Umfeldes betrachtenden Bezeichnung des HEP, der vorher nur als reiner Erzieher (die ja auch pflegten), als reiner Pfleger (die ja auch die Psyche pflegen müssten), ein hochmoderner Inklusionspädagoge oder sowas werden?
Pädagogen klingen immer super...teuer - Vielleicht auch nicht so werbewirksam, vielleicht aber auch doch... Ich weiß es nicht.

Was aber, wenn nach der nun vergangenen Zeit der Integrationspädagogik mit Schwerpunkt Pflege oder wie auch immer, die Inklusion auch wieder aus der Mode kommt? Benennen wir uns dann wieder um?

Zur Pflege ein paar Wörter noch: Ich habe einige Situationen erlebt, in denen ich vorm Arzt, im Krankenhaus stand oder oder oder... und wo ich als Erzieher höchstwahrscheinlich weniger ernst genommen worden wäre, als denn als HE-Pfleger. Okay, die Pflegeheim-Abschiedung, so nenne ich das mal, riskiert man vielleicht, aber es bringt meines Erachtens auch viele Vorteile in der Wahrnehmung, diesen Teil im Namen zu behalten. Ein Inklusions- oder Sozialpädagoge wird einfach nicht so ernst genommen. Aber hey, wohlmöglich wäre diese Bezeichnung doch richtig, wenn ich provokativ behaupte, dass wir HEPs auf Grund der Nichtannahme unserer Pflegekompetenzen auch nicht als vollwertig akzeptiert werden - Die Unterscheidung oder teilweise auch Herabsetzung im Vergleich zu den, zugegebenermaßen weitaus intensiver ausgebildeten Pflegefachkräften ist doch deutlich spürbar geworden.

Ich finde es sinnvoller sich den aktuellen Entwicklungen aktiv anzupassen, um gesamten HEP-Bereich, dies zu kommunizieren und zu leben, anstatt den Namen zu ändern.
Hinzu käme, dass die identische Ausbildung unter verschiedenen Namen geführt würde. Was sage ich denn mit 40Jahren, wenn ich mich mit der Urkunde HEP bewerbe, dass ich das Gleiche bin wie ein Neuzeitiger Inklusionspädagoge? Die erste subjektive, hoffentlich nur unterbewusste Idee beim Arbeitgeber wird wohl keine gute für meine Position sein.


Ich habe da noch viele Für und Wider und Querverbindungen, Überschneidungen und Kontraste, auch ist meine Entscheidung keine 100%ige oder einzig Richtige, hat es ja auch immer mit dem eigenen Erleben und Perspektiven zu tun, möchte aber für jetzt erstmal einen Punkt setzen ;o)

(Anmerkung: Die Wahl des Begriffes Inklusionspädagogen erfolgte aus rein praktischen Gründen, da diese leichter zu Veranschaulichen schien und die aktuelle Thematik am ehesten traf, zumindest für meine erste Argumentation)
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Offline KleenesGehopse

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #5 am: 07. September 2012, 14:21 Uhr »
Hallo,

ich habe schon im Facebook etwas mitdiskutiert...

alexwls hat sich echt zeit genommen für seine antwort und im grunde lässt sich da vorerst nichts hinzufügen.

meiner meinung nach war bei allen neuen vorschlägen nichts dabei, was ausdrückt, was wir eigentlich tun. jeder von uns ist ganzheitlich ausgebildet und der hep kann in den verschiedensten bereichen arbeiten. hinzu kommt die ständige veränderung der begrifflichkeiten. alex hat es schon gesagt... inklusion, integration, teilhabe... wer weiß, ob es nicht in 2 jahren wieder neue begriffe mit einer etwas abgewandelten bedeutung gibt?

ich bin eigentlich stolz ein HEP zu sein und, da es mittlerweile immer noch nicht für jeden ein begriff ist, ich komme dadurch immer wieder mit leuten ins gespräch. "heilerziehungspfleger? äh... was machst du denn genau?" ich finde, wir sollten bei der alten bezeichnung bleiben. es ist denke ich eher wichtig unsere position im bereich der sozialen arbeit zu stärken und immer wieder zu betonen, in welchen bereichen wir ausgebildet werden und wir u.a. wissen haben.
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Offline haekkinen

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #6 am: 09. September 2012, 16:03 Uhr »
Moin zusammen,

bei allem Schönreden und Rechtfertigen der Bezeichnung "Heilerziehungspfleger" - mir ist es leider öfter passiert, dass man mich (auch in Vorstellungsgesprächen noch oder bei neuen Kollegen) mit KINDERPFLEGERN gleichgesetzt hat und ich bin es echt oft müde geworden zu erklären und diskutieren, warum man mir WOHL die volle Verantwortung übergeben kann und dass ich WOHL  eine Fachkraft und keine Hilfskraft bin.......Ich sag inzwischen grad bei Nichtwissenden oft: "Ich hab eine Erzieherausbildung für den Behindertenbereich gemacht", wobei sich mir selbst die Zehnägel umkrempeln, aber egal.....

Gruß haekkinen

Offline Bobolina

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #7 am: 06. Oktober 2012, 00:42 Uhr »
...tja, und dann googelt doch mal "Studiengang Heilerziehungspflege".

Ich hoffe mal dass der Berufsverband dafür sorgt, dass wenigstens im Studiengang unsere Ideen etc. für eine moderne Ausbildung umgesetzt werden? Wieso erfährt man davon eigentlich nichts in der Hep-Info?

Und wieso zum Kuckuck wird hier eine Umfrage durchgeführt, wenn die aktuelle Entwicklung schon wieder drei Schritte weiter ist???????

Offline alexwls

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #8 am: 06. Oktober 2012, 01:32 Uhr »
Zitat von: Bobolina
...tja, und dann googelt doch mal "Studiengang Heilerziehungspflege".
Jetzt werde ich aber neugierig: Auf welches Suchergebnis bzw. worauf genau soll ich denn da achten, worauf du hinauswillst?

Zitat von: Bobolina
Und wieso zum Kuckuck wird hier eine Umfrage durchgeführt, wenn die aktuelle Entwicklung schon wieder drei Schritte weiter ist?
Welche drei Schritte meinst du? Meinst du die Umfrage nach den Beweggründen wieso wir entsprechend abgestimmt haben oder kritisierst du die Umfrage als solche?

Ich finde es im Übrigen nicht zum Kuckuck sich hier im Forum darüber auszutauschen, in Bezug auf das Thema der Namensgebung/Umfrage sowieso nicht, da nicht alle bei den Vorgesprächen dabei waren und offenbar ja durchaus Interesse nach den Beweggründen "anders denkender" besteht - auch nach Abschluss der Umfrage und/oder deren Aktualität.
Freiwillig engagierter Administrator, Mitglied im BV_NRW

Offline Bobolina

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #9 am: 06. Oktober 2012, 22:33 Uhr »
Ganz einfach, die Fh der Diakonie und andere bereiten gerade den o.g. Studiengang "Bachelor of Arts Heilerziehungspflege" vor.

Der Rest meines Beitrages erklärt sich daraus.

Offline wellensittich

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Re: Berufsbezeichnung: Brauchen wir einen neuen Namen?
« Antwort #10 am: 13. November 2013, 20:41 Uhr »
wieso immer neue Namen??
Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.