Autor Thema: Mit etwas Weed erwischt worden-muss ich jetzt um meine Ausbdildung bangen?  (Gelesen 5667 mal)

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Friedo

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Hallo, habe ein kleines Problem!

Ich war vor ca. 2 Monaten für paar Tage in Amsterdam und habe dummerweise versucht, etwas Gras für mich selbst mit über die Grenze zu nehmen (ca. 5-6 Gramm in NRW). Die Polizei meinte zwar schon zu mir, dass ich wohl ne Anzeige bekomme, die aber höchtwahrscheinlich fallen gelassen wird, allerdings sagte er auch, dass man als Heilerziehungspfleger bzw. angehender HEP (bin gerade in den Oberkurs gekommen) Schwierigkeiten bekommen könnte, da man in diesen Berufen mit Medikamenten und Erziehung zutun hat. Diese Aussage hat mich ein wenig verunsichert-habe jetzt etwas Schiss, dass ich aufgrund meiner Dämmlichkeit nächstes Jahr nicht zur Prüfung zugelassen werde und die ganze Ausbildung für die Katz war...bis von der Staatsanwaltschaft etwas kommt dauert es wahrscheinlich noch Monate...

Weiß jemand über solche Verstöße gegen das BTMG genauer Bescheid oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Vielen Dank für die Hilfe!

Offline Sterntaler

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Nach dem Bundesgerichtshof fangen "nicht geringe Mengen" bei Cannabis ab min. 7,5 Gramm an. Mit 5-6 Gramm wirst du - falls es überhaupt zur Anklage kommt - wohl eine Geldstrafe weit unterhalb von 90 Tagessätzen bekommen. Wenn das die erste Verurteilung ist, taucht das nicht im polizeilichen Führungszeugnis auf. Kann auch passieren, dass es als Ordnungswidrigkeit gehandhabt wird und du eine Geldbuße zahlen musst - auch das ist für das Führungszeugnis nicht relevant.

Falls du stoned ein Fahrzeug geführt hast und dir eine Blutprobe abgenommen wurde, könnte es aber nicht ganz so gut für dich ausgehen...


Friedo

  • Gast
Okay danke für die Info!

Also ich bin Ersttäter und war mit dem Zug unterwegs (mit dem Auto wäre ich das Risiko auch nicht eingegangen)-also Blut oder Urin wurde auch nicht auf THC untersucht!

Offline Alex Gehrau

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Hey Friedo!

Alles cool, mach dir keine weiteren Gedanken und konzentrier dich auf deine Ausbildung ;-)!
Dir wird absolut nichts schlimmes passieren, einen Eintrag wirst du wie Sterntaler schon geschrieben hat, nicht bekommen.

Und selbst, wenn du nach "mehreren BtmG-Dummheiten" Einträge in die Richtung haben solltest, ist das auch oft nicht hinderlich. Zumal bei Cannabis... Das sieht bei Gewaltdelikten verständlicherweise viel brisanter aus, da wird noch eher nach geschaut. Aber ich denke, der nette Freund und Helfer wollte genau das bei dir erreichen, was er auch geschafft hat, nämlich dich zu verunsichern. ::)  Sei ganz beruhigt!

Um generell mal einen Überblick zu bekommen, ob und was und wie genau über die eigene Person bei verschiedenen Behörden GESPEICHERT ist, empfehle ich diese seite hier: https://www.datenschmutz.de/moin/AuskunftErsuchen  Da benutzt man dann den "Auskunftsgenerator", der einem mit ein paar Klicks professionelle Auskunftsersuchen erstellt, die man dann an LKA, BKA, Bundespolizei, INTERPOL, Verfassungsschutz etc. pp. schicken kann. Nach ein paar Wochen spätestens bekommt man dann Antwort. Es gab bereits einige haarsträubende Erkenntnisse über Personen, die bspw. gar nicht wussten, was für schlimme Terroristen sie sein sollen... ;-) Super interessant - und übrigens sehr gut, wenn möglichst viele Menschen an die Behörden herangehen, um Transparenz zu fordern. Vielleicht wird dann ja irgendwann wirklich mal so etwas ähnliches erreicht!  :P

Viel Spaß noch und einen klaren Kopf wünscht

Alex Gehrau

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Friedo

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Okay dann bin ich ja beruhigt! Vielen dank für die ausführlichen Informationen!!!

Gruß Friedo

Offline AS

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-muss ich jetzt um meine Ausbdildung bangen?
« Antwort #5 am: 28. Oktober 2012, 21:35 Uhr »
Guten Tag,

die Darstellung der Anderen ist so erstmal wahrscheinlich zutreffend.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass bei der Arbeit mit Menschen eine besondere Umsicht und ein vorbildliches Verantwortungsbewustsein von nöten ist.
Du solltest darüber nachdenken, dass es grundsätzlich fragwürdig ist mit Drogen zu hantieren und gleichzeitig Verantwortung für Menschen zu übernehmen.

Ausserdem hatte der Polizist grundsätzlich Recht. Wenn du wärend deiner Ausbildung mit dem Gesetz, insbesondere dem BtMG und dem Gesetz zum Schutze Jungendlicher, in Konflikt kommst, ist es ein Grund Dir die Weiterführung deiner Ausbildung zu versagen.
Vor allem deine Schule und dein Arbeitgeber (im Anerkennungsjahr oder bei praxisintegrierter Ausbildungsform eben jener) haben die gesetzliche Pflicht entsprechende Maßnahmen einzuleiten, sollten sie davon erfahren.

Sollte nichts passieren würde ich Dir Raten es als Denkzettel zu verbuchen und umzudenken.

Gruss

AS