jetzt soll ich auch noch am Tag mit ihm 3 Stunden verbringen und mich nur mit ihm beschäftigen?
Was versteht man denn bei Euch unter Bezugsbetreuer? Offensichtlich Depp vom Dienst oder was?
Übrigens gibt es noch ganz andere Modelle von Bezugsbetreuer, das Eine würde ich Dir mal als Idee ans Herz legen:
und zwar erarbeitet der Bezugsbetreuer zusammen mit dem Klienten einen Förderplan. Umgesetzt wird das aber von den Alltagsbetreuern, der Bezugsbetreuer überwacht quasi nur. Hat den Vorteil, dass mit Alltagsbegleitern nicht über Regeln, Ausnahmen etc. verhandelt werden kann. Bezugsbetreuer - in diesem Modell auch als Prozessbegleiter bekannt - sind dann aber in allererster Linie für Förderplanung zuständig und nicht für Beschäftigung.Das ist Geschäft der Alltagsbetreuer.
Würde denn die Idee Bezugsbetreuung bei dieser Umsetzung Anklang bei Dir finden?
Wenn man es übrigens realistisch sieht: Du bist bereits seine Bezugsbetreuerin, er hat Dich ja auserwählt.
warum ich immer einen meter abstand von ihm halte
Keine gute Voraussetzung. Aber das weißt Du ja schon. Ich war übrigens mal Bezugsbetreuerin einer jungen Dame, etwas älter als Dein Kandidat ( bzw. damals etwas jünger

). Diagnose: chronische hebephrene Schizophrenie, wellenförmiger Verlauf.
Das lief alles in allem recht gut. Allerdings musst Du mit Gewalt immer rechnen bei so ner Sache. Aus meiner Sicht kann ich Dir nur eines raten: Sag dem niemals: "...und falls Du mal ein Problem hast, wende Dich einfach an mich, ich bin nämlich Deine Bezugsbetreuerin!" Das ist echt dämlich. Ich habs gemacht. Und die kam mit ihren Problemen zu mir. Hätte ich- zumindest in der Form- drauf verzichten können.
Die anderen Betreuer haben aber auch Schläge kassiert.
Was weißt Du denn überhaupt über die Diagnose? Denn wenn man mehr über die Diagnose + die Geschichte von dem Klienten weiß, dann kann man da auch einiges handeln. Ich hatte damals sogar den Dreh soweit raus, dass ich Ausbrüche teilweise verhindern konnte bzw. zumindest hinauszögern konnte - nicht immer, aber doch einige Male, und dann fühlt man sich auch nicht so verflucht hilflos...