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Berufsverband und Regionale Themen => Bayern => Thema gestartet von: Betty_Adora am 29. März 2009, 15:44 Uhr

Titel: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Betty_Adora am 29. März 2009, 15:44 Uhr
Hallo Zusammen,
ich denke dass bereits jedem von uns aufgefallen ist, dass wenige unseren Beruf kennen. Woran kann das liegen?
Viele meiner Freunde und Verwandten fragten mich was ein Hep ist ... dabei kannte ich den Beruf schon seit ich 17 bin. Was wahrscheinlich daran lag, weil ich mir nur einen Beruf im sozialen Bereich vorstellen konnte...

Lg
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: prenzelhep am 31. März 2009, 17:01 Uhr
Hallo !
Mir fällt das auch immer wieder auf, obwohl es diesen Beruf doch schon seit Jahrzehnten gibt!
Ich hatte 1991, nachdem ich meinen Zivildienst beendet hatte, vom HEP gehört und dann bewarb ich mich sofort in der nächsten Fachschule...mit Erfolg!
Seitdem muss ich mich immer wieder erklären, HEP - was ist das? "Aha - mit Behinderten arbeiten und so...klingt anstrengend...ich könnte das nicht..." usw.
Auf der einen Seite kommt Respekt, aber auch irgentwie "muss auch solche Leute geben, die so was machen"
Wir bilden scheinbar sowas wie eine Randgruppe in der sozialen Arbeit, denn bei Krankenschwester/Krankenpfleger oder ErzieherIn ist man selber nicht so in Erklärungsnot, da diese Berufe präsenter sind...
Was meint Ihr?

Ciao prenzelhep 
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Bobolina am 31. März 2009, 17:35 Uhr
Ich denke es ist in den letzten 6-7 Jahren doch um einiges besser geworden. Hatte in dieser Zeit auch immer öfter die Reaktion : " AAAAAAHHHHH, alles klar!" ;D

Ich denke, der Beruf ist zwar nicht so bekannt wie der Dachdecker, aber es gibt auch viele Berufe in der Industrie, die mir nichts sagen. Und wir sind meiner Meinung nach auf einem guten Weg...
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Nicola am 31. März 2009, 21:10 Uhr
Ich denke das unser Beruf nicht so präsent ist, spiegelt auch so ein bisschen die Position der Menschen wieder mit denen wir arbeiten.

Denn schließlich kennen auch viele Menschen keine Menschen mit Behinderung oder so...
´
Aber auch ich bin der Meinung, dass sich das schon ein bisschen geändert hat in den letzten Jahren.

Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Reispfanne am 31. März 2009, 21:46 Uhr
zumindest klingt's schonmal so richtig schön modern, genau wie die "Entsorgungslogistik", was vllt. auch ein bisschen dafür sorgen wird, dass in Zukunft mehr Menschen was damit anfangen können ;))

ab und an ist sogar der eine oder andere artikel in Zeitungen/Zeitschriften zu finden.


EDIT: Scheint übrigens nicht nur ein Problem von Laien zu sein,
find' ich in dem Zusammenhang noch sehr viel bedenklicher --> http://www.hep-forum.eu/index.php?topic=3517.0 (http://www.hep-forum.eu/index.php?topic=3517.0)
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: riot am 02. April 2009, 12:08 Uhr
EDIT: Scheint übrigens nicht nur ein Problem von Laien zu sein,
find' ich in dem Zusammenhang noch sehr viel bedenklicher --> http://www.hep-forum.eu/index.php?topic=3517.0 (http://www.hep-forum.eu/index.php?topic=3517.0)
[/quote]

Welche Aussage meinst du da konkret? Persönlich finde ich das Statement von schakal mal diskussionswürdig, aber nicht nur in negativer Hinsicht, primär stimme ich ihm sogar in einigen Teilen seiner Aussage zu, was die Qualität der Ausbildung angeht. Gerade bei freien Trägern, wo die Ausbildung selbst finanziert wird, ist die Ausbildung und mind. 1/3 der Absolventen ungeeignet. Hier wird aber nicht von Seiten des Ausbilders ausgesiebt, da diese von diesen Einnahmen leben, die die darunter "leiden" sind die Gruppen und die Menschen auf diese sie losgelassen werden. Ich habe manchmal das Gefühl (klingt hard ???), dass gerade die Ausbildungsberufe im sozialen Bereich als Auffangbecken für allerlei gestrandete Existenzen dienen, wo Inkompentenz und Umgeeignet sein noch als kreatives Potenzial angesehen wird von einigen "gutmenschen". Bitte schön wo ist den die Lobby für die Menschen mit Behinderung, warum schreit diese den hier nicht auf und sagt her wir brauchen entsprechend qualifizierte Leute die tatsächlich geeignet dafür sind Verantwortung für sich selber zu übernehmen und vor allem für ANDERE Menschen. Geade hier ist es zwingend notwendig Qualitätsstandarts mal zu defininieren und vor allem einen einheitlichen Lehrplan für alle Schulen zu bilden.
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Bobolina am 02. April 2009, 16:33 Uhr
Ich habe manchmal das Gefühl (klingt hard ???), dass gerade die Ausbildungsberufe im sozialen Bereich als Auffangbecken für allerelei gestrandete Existenzen dienen, wo Inkompentenz und Umgeeignet sein noch als kreatives Potenzial angesehen wird von einigen "gutmenschen".

Oh das kann ich so sehr unterschreiben...

Zitat
Bitte schön wo ist den die Lobby für die Menschen mit Behinderung, warum schreit diese den hier nicht auf

Welche Lobby?
Die gibts nunmal einfach nicht. So siehts aus.
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: riot am 02. April 2009, 22:06 Uhr
Welche Lobby?
Die gibts nunmal einfach nicht. So siehts aus.

Ach was Eltern, Angehörige, Betreuer ect. zählen nicht`WO stehst DU? Von Interessenverbänden spreche ich nichtmal.
Bist du so demotiviert oder willst du provozieren?
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Reispfanne am 03. April 2009, 19:33 Uhr
ich finde sehr wohl, dass die aussage recht "hard" klingt...

ich war nur erstaunt, dass innerhalb des sozialen netzwerkes so viel unverständnis zu herrschen scheint. ist doch beunruhigend...

mich würde auch interessieren, ab wann ein mensch als "gestrandete existenz" zu bezeichnen ist oó

Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: riot am 04. April 2009, 00:25 Uhr
i

mich würde auch interessieren, ab wann ein mensch als "gestrandete existenz" zu bezeichnen ist oó



in diesem Kontext meinte ich Personen die es nicht schaffen sich um sich selber zu kümmern, aber dies für andere Menschen übernehmen wollen
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Bobolina am 04. April 2009, 10:22 Uhr
Ach was Eltern, Angehörige, Betreuer ect. zählen nicht`WO stehst DU? Von Interessenverbänden spreche ich nichtmal.
Bist du so demotiviert oder willst du provozieren?

Ich würde sagen ich sehe es einfach realistisch.

Beispiel: Abschaffung der Förder- und Betreuungsbereiche in einigen Bundesländern wie Brandenburg ( ich rede nicht von guten Konzepten wie in Bayern), das wurde von der - in Deinen Augen anscheinend existierenden Lobby- mehr oder weniger so hingenommen.
Falls Dir dieses Beispiel nun nichts sagt: Ja genau davon rede ich- es wird einfach nicht ausreichend genug für Öffentlichkeit gesorgt!
Übrigens muss ich dann auch gleich mal loswerden: Gerade HEPs haben da auch durch Nichtstun geglänzt! Und da die Diskussion immer noch aktuell ist, kann ich auch sagen: Sie tun das noch immer!

Weiteres Beispiel: die Diskussion, warum unser Berufsbild so unbekannt ist - ich persönlich sehe es ja recht relaxt, trotzdem die Feststellung, dass hat schon auch was mit der Situation zu tun, das die Behindertenhilfe einfach nicht so wahnsinnig im Blickfeld ist. Bei den Senioren sieht die Sache dann auch schon wieder anders aus. Altenpflege hat einfach ne andere Lobby...

Und noch was: In einer ausreichenden Anzahl von Einrichtungen in der BRD läuft aus pädagogischer Sicht so einiges schief, man nehme mal zum Beispiel nur das Thema "Mobbing" oder, auch immer wieder brisant, das Thema "Gewalt in der Pflege". Selbst einrichtungsintern werden dann in den allermeisten Fällen erstmal die Interessen der MA geschützt, und nicht die der Klienten. Das hat zwar auf jeden Fall seine Berechtigung, zeigt aber auch genau, wer hier ne Lobby hat und wer nicht.

Ich persönlich stehe da und zapple mich ab, die Interessen meiner Klienten zu schützen. Aber gerade deshalb bin ich Realist und stelle fest, ne Lobby gibt es nicht. Aufgegeben habe ich aber nicht und werde ich auch noch lange nicht.

Zitat
ich war nur erstaunt, dass innerhalb des sozialen netzwerkes so viel unverständnis zu herrschen scheint. ist doch beunruhigend...

Soziales Netzwerk beschreibt eine soziale Interaktion, also z.B. wie Deine persönlichen Beziehungen aufgebaut sind.

Den sozialen Bereich als "Netzwerk" zu beschreiben halte ich für nicht korrekt - zwar wird in den einzelnen Einrichtungen reichlich interagiert, aber mit dem Begriff "Netzwerk" wird eine Einheit und Kommunikation im sozialen Bereich generell impliziert, die es meiner Ansicht nach so nicht gibt. Gegenseitiges Bekriegen ist ja noch ne Form von Interaktion, aber vielfach weiß man noch nicht einmal von einander.
So gibt es meines Wissens nach noch nicht mal eine bundesweites Adressensammlung der Behindertenhilfe oder ähnliches. Viele HEPs wissen z.b. noch nicht einmal vom Berufsverband.
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Reispfanne am 04. April 2009, 19:27 Uhr

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in diesem Kontext meinte ich Personen die es nicht schaffen sich um sich selber zu kümmern, aber dies für andere Menschen übernehmen wollen
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das scheint mir leider zu stimmen...


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Soziales Netzwerk beschreibt eine soziale Interaktion, also z.B. wie Deine persönlichen Beziehungen aufgebaut sind.

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mach sachen...

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Den sozialen Bereich als "Netzwerk" zu beschreiben halte ich für nicht korrekt - zwar wird in den einzelnen Einrichtungen reichlich interagiert, aber mit dem Begriff "Netzwerk" wird eine Einheit und Kommunikation im sozialen Bereich generell impliziert, die es meiner Ansicht nach so nicht gibt. Gegenseitiges Bekriegen ist ja noch ne Form von Interaktion, aber vielfach weiß man noch nicht einmal von einander.
So gibt es meines Wissens nach noch nicht mal eine bundesweites Adressensammlung der Behindertenhilfe oder ähnliches. Viele HEPs wissen z.b. noch nicht einmal vom Berufsverband.
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die aussage finde ich wieder sehr interessant.
gut getroffen, du scheinst mir in diesen bereichen sehr engagiert.  es ist wichtig diese fehler zu korrigieren, wobei foren wie diese sicherlich hilfreich sind - zumindest um erste denkanstöße zu geben.
Titel: Re: Unsere Berufsbezeichnung
Beitrag von: Kiepenkerl am 07. April 2009, 00:43 Uhr
gut das es keine Pflicht ist sich an allen Diskussionen zu beteiligen :o