Autor Thema: Eltern können ihre behinderten Kinder auch auf Regelschulen schicken  (Gelesen 818 mal)

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Offline BerBra

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Ab 1. August können Eltern in Niedersachsen ihre behinderten Kinder auch auf Regelschulen schicken. Der Rechtsanspruch wird die Schullandschaft so gravierend verändern wie keine Maßnahme zuvor.

Die Länder vollziehen diese Veränderung nicht gleichzeitig. In einigen wie Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein gilt mittlerweile der Rechtsanspruch auf freie Wahl. Andere führen ihn in den nächsten Jahren ein. Zumindest theoretisch. Praktisch gibt es Einschränkungen. Schulleitungen nehmen oft keine behinderten Schüler auf, indem sie auf bauliche oder personelle Probleme verweisen.

Diese Ablehnung ist durch die jeweilige Landesgesetzgebung gedeckt. Manchmal müssen Schüler die Schule nehmen, die ihrem Wohnort am nächsten liegt, manchmal entscheiden die Schulbehörden für die Eltern, diese haben lediglich ein Einspruchsrecht. Dagegen ist das niedersächsische Modell klar und einfach. Im Prinzip.

Denn es gilt zunächst nur für die erste und die fünfte Jahrgangsstufe. Quereinstiege sind kaum möglich. Wandel durch Mitwachsen. Zudem können die Schulen Kinder mit körperlichen Defiziten ablehnen. Die Schulen sind baulich oft nicht in der Lage, Rollstuhlfahrer, Kinder mit spastischen Lähmungen oder ähnlichem aufzunehmen. Umbauten sind teuer. Das Geld ist nicht da. Auch, monieren Kritiker, weil es weiter Förderschulen geben wird.
Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.
Albert Einstein